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Er ist wieder da! Tennis-Legende Roger Federer (44) zu Gast im Melbourne Park, wo er sechsmal die Australian Open gewann. Der Schweizer absolviert am Freitag sogar eine Trainingseinheit auf der Anlage. Zuvor spricht 20-malige Grand-Slam-Sieger über …
…über den Begriff „Happy Slam“ für das Turnier, den er erfand: „Für mich fühlte es sich einfach ganz normal an, das zu sagen, weil viele Spieler froh sind, dem europäischen Winter zu entfliehen. Das Jahr über ist es so: „Okay, wir sehen uns in ein paar Tagen“, wohingegen man sich in Australien austauschen kann, wie Weihnachten und Neujahr waren und was man so getrieben hat. Es herrscht einfach eine tolle Stimmung, unglaublich positiv. Das Wetter hier ist super. Niemand ist wirklich erschöpft oder müde. Vielleicht von der Reise, aber das hält nur zwei, drei Tage an, dann ist es vorbei. Ich nenne es einfach den Happy Slam. Der Name hat sich eingebürgert. Ich bin froh, dass es immer noch so ist.“
…seine schönste Erinnerung: „Es muss 2017 sein, das Finale gegen Rafa (Rafael Nadal – d. Red.). Es war surreal. Ich bin ohne Erwartungen hergekommen. Ich wäre vielleicht mit dem Viertelfinale zufrieden gewesen. Ich glaube, allein die Art und Weise, wie das Finale verlaufen ist, macht es vielleicht zu einem der besten und bedeutsamsten Finals meiner Karriere.“
[–>…den One Point Slam, einen Spaß-Wettbewerb vor dem Turnier: „Es war total witzig. Ich habe selbst schon bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, Ausstellungen, Hochzeiten von Freunden usw. dabei mitgespielt. Ich habe einige Male verloren. Mir gefällt, wie alle unglaublich angespannt sind. Es war gut zu sehen, dass es gestern allen so ging.“
Was Federer über sich selbst sagt
…über seine Erfolge: „Ich trage das nicht mein ganzes Leben lang mit mir herum. Ich gebe nicht mehr viele Interviews. Ich werde nicht mehr so oft durch das, was passiert ist und was gerade passiert, getriggert. Es ist schön, in meinen Erinnerungen zu kramen und zu erkennen, wie viel ich erlebt habe. Selbst wenn ich nur die Hälfte von dem erreicht hätte, was ich erreicht habe, wäre ich genauso stolz, hier zu sitzen, denn ich habe weit mehr geschafft, als ich je für möglich gehalten hätte. Ich habe das mit der Familie genossen. Ja, es war wirklich ein Traum.“
Roger Federer 2018 nach seinem letzten Grand-Slam-Sieg bei den Australian Open
…die Rivalität Sinner-Alcaraz: „Deshalb sind wir hier. Diese Rivalität ist großartig. Sie spielen unglaubliches Tennis. Das French-Open-Finale war einfach phänomenal. Ich hatte das Gefühl, die ganze Sportwelt hielt für einen Moment den Atem an und blickte gebannt nach Paris. Vielleicht eines der großartigsten Spiele, die unser Sport je gesehen hat. Sie sind unglaubliche Spieler. Da ist offensichtlich noch mehr drin.“
Was Federer von Sinner und Alcaraz hält
…wie er gegen Sinner und Alcaraz aussehen würde: „In Wimbledon spielte Grigor Dimitrov gegen Jannik. Ich saß daneben und es war eines der ersten Male, dass ich darüber nachgedacht habe, wie es gewesen wäre, gegen Jannik in einem Match zu spielen. Als ich ihn in Shanghai gegen Novak Djokovic spielen sah, hatte ich nicht dieses Gefühl. Ich habe einfach großartiges Tennis gesehen. Und wenn ich Carlos sehe, merke ich, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben, was unsere Spielweise angeht: wann wir einen Stoppball spielen, wann wir ans Netz gehen und wie passiv oder offensiv wir spielen. Ich kann mich besser in Carlos hineinversetzen, wenn ich ihm zuschaue.“
Ehefrau Mirka (47) war in der Karriere der große Rückhalt ihres Mannes Roger Federer
…seine Tennis-Aktivität heute: „Ich schaue Tennis sehr gerne, einfach als Fan. Das war schon immer so, auch als ich noch aktiv war. Ich fand es wichtig, auch mal Fan zu sein und nicht immer nur Konkurrent. Heute bin ich entspannt. Ich bin völlig von allem abgekoppelt. Aber meine Kinder spielen immer besser und immer öfter. Ich gehe oft mit ihnen auf den Platz. Ab und zu buche ich auch einen Platz und spiele dann selbst. Es ist schwierig, dem Sport Priorität einzuräumen, wenn man vier Kinder hat und so viele andere Dinge zu tun sind. Ich habe aber das Gefühl, ich halte den Schläger ständig in der Hand. Trainiere ich selbst viel? Nein, überhaupt nicht. Ich spiele aber trotzdem ziemlich viel Tennis.“
Will er Trainer werden?
…die Chance, dass er mal Trainer wird: „Sag niemals nie! Ich bin aber, wie gesagt, sehr beschäftigt. Ich habe vier Kinder. Im Moment also keine Chance (lächelt).
…die Tennis-Rente: „Ich war eigentlich bestens auf den Ruhestand vorbereitet. Als es dann soweit war, war es für mich vor allem eine Erleichterung, mir nicht mehr die Fragen stellen zu müssen, wann ich in Rente gehe, wie ich in Rente gehen werde und wie es sich anfühlen wird. Ich muss nicht mit den Medien spielen, keine Lügen mehr erzählen. ‚Wie fühlen sie sich?‘ – ‚Ich fühle mich großartig.‘ Oh mein Gott, ich fühle mich furchtbar. Das Leben war aber großartig. Ich habe mich langsam an den Ruhestand gewöhnt. Besonders jetzt, nach zwei Jahren, habe ich das Gefühl, meine Zeit sehr gut im Griff zu haben. Ich genieße die Zeit mit den Kindern und mit Mirka sehr. Es macht uns riesigen Spaß.“

